Großalarm in der Metropolregion Rhein-Neckar

Gegen 13 Uhr schrillten am Samstag Mittag die Alarmglocken. Styropor-Granulat in einer Lagerhalle auf der Parkinsel in Ludwigshafen hatte Feuer gefangen. Gut 4.400 Tonnen, die im Auftrag der BASF hier gelagert wurden brannten lichterloh. Bereits nach kurzer Zeit schossen bis zu 40 Meter hohe Flammen aus dem 9500 Quadratmeter großen Gebäude, das vollkommen zerstört wurde. Die BASF-Werkfeuerwehr kam mit Spezialgerät wie dem Turbolöscher und versuchte mit einer Wasserwand die Flammen einzudämmen. Schnell war absehbar, dass die Lagerhalle selbst nicht mehr zu retten war. Die Bemühungen richteten sich nun darauf, die Nachbargebäude, vor allem einen angrenzenden Großmarkt unbeschadet zu erhalten. Die Rauchsäule, dienoch 40, 50 Kilometer entfernt zu sehen war, verdunkelte den Himmel nahezu in der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar, vor allem Richtung Weinheim, wohin die Wolke zog. Es gab Warnungen, Fenster und Türen geschlossen zu halten. In den Städten Mannheim und Ludwigshafen traten Koordinierungsstäbe zusammen. Als der Rauch in Ludwigshafen begann sich in Bodennähe auszubreiten, brachten die Helfer von Polizei und Feuerwehr die Bewohner der Parkinsel in Sicherheit, 2.300 Bewohner wurden von den Hilfskräften evakuiert. Laut Mannheims Ersten Bürgermeister Christian Specht und Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse zeigten die rund 600 Einsatzkräfte einen wahren „Schulterschluss“ wie sie ihn auch jedes Jahr auf dem Mannheimer Maimarkt präsentieren. Der Einsatz dauerte rund 17 Stunden bevor endgültig Entwarnung gegeben wurde. Feuerwehren kamen aus: Ludwigshafen, Mannheim, Bad Dürkheim, von der BASF-Werkfeuerwehr , Worms, Kaiserslautern, Frankentahl, Werkfeuerwehr der Firma abbvie, Oppau, Ruchheim, Neuhofen, Limburgerhof, Mutterstadt, Waldsee, Altrip, Maxdorf, Heßheim/Lambsheim, Dudenhofen,Schifferstadt und der Feuerwehr Speyer.
Unterstützt wurden Sie vom THW mehrerer Ortsverbände mit Sandsäcken und Pumpen zur Wasserversorgung. Die SEGs der Rettungsdienste versorgten die Einsatzkräfte und betreuten die Evakuierten. Auch das Löschboot Metropolregion kam das erste mal länderübergreifend zum Einsatz.  

Die Höhe des Schadens ist bisher nicht bekannt. Als sicher gilt jedoch, dass zwei Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten leicht verletzt wurden. Das bestätigten Feuerwehr und Stadtverwaltung auf einer Pressekonferenz, die am Abend noch eilends einberufen worden war. Wie es dort hieß, seien bei dem Brand keine giftigen Stoffe entstanden, die sich mit der Rauchwolke ausgebreitet hätten – das hätten Luftmessungen auf beiden Seiten des Rheins ergeben. Am Sonntag Morgen konnten die Bewohner ab 10 Uhr wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Ob das Feuer auf dem Dach der Halle, wo sich ein großes Solarfeld befand ausbrach ist derzeit noch unklar. Das Landes- und Bundeskriminalamt haben die Ermittlungen übernommen.

Text: Ralf Siegelmann
Bilder: Ralf Siegelmann